Am 16. August 1845 veröffentlichte die Leipziger Illustrirte Zeitung ein Rätsel und in dem Zusamenhang den Vers:

„Schach, Schächin biet‘ ich, Schach und Matt“

Als wir 2015 ein interaktives Radiofeature „Vom Springen. Ein Bewegungsmuster in Körper und Geist“ produziert haben, in dem dieser Vers vorkam, ist uns das Wort „Schächin“ gar nicht aufgefallen.

Heute geben wir u.a. Seminare zu inkludierendem Sprechen und staunen über den Hass, der Menschen trifft, die sich eine diskriminierungsfreie Sprache wünschen und Alternativen für das Generischen Maskulinum suchen.

Dabei haben Jacob Grimm und Wilhelm Grimm schon 1864 das Wort „GÄSTIN, gastin, f. weiblicher gast“ in ihr Deutsches Wörterbuch aufgenommen, ein Wort, das sie schon im Althochdeutschen nachweisen konnten. (Quelle: woerterbuchnetz.de)

Eintrag "Gästin" aus dem Grimm'schen Wörterbuch

Wie kommt es, dass sich heute, trotz dieser Sprachgeschichte, trotz so viel Information über die Macht von Sprache, viele so persönlich angegriffen fühlen davon, dass Menschen mitgemeint sein wollen? ().

„Schächin“ jedenfalls war Teil der Lösung eines Rätsels, das unter der Überschrift ‚Wissenschaftliche Aufgaben‘ 1845 veröffentlicht wurde – die erste Rösselsprungaufgabe.

(> Mehr über das Rösselsprungproblem im Schach)Hier, der Link zu dem interaktiven Feature, in dem ein Rösselsprungrätsel gelöst und zugleich unsere Radiosendung gehört werden kann:

Wir waren dafür auch auf dem Rottweiler Narrensprung; der Narrenruf hört sich übrigens so an:

Und sieht so aus 🙂

Foto credit: Fiete49

Worum es geht in der Sendung?

Hier mal reinhören, donkey kong und so… 😀

 

Zu Wort kommen darin und sprechen über das Springen und den Sprung aus ihrer jeweiligen, persönlichen Sicht:

Die Dichterin Nora Gomringer, Die Traceure / Parkourspringer Martin + Alex von ParkourOne, der Performance Poet Dalibor Markovic, der Kulturwissenschaftler Harald Neumeyer, die Lyrikerin Ulrike Draesner, die Wingsuitspringerin Susanne + Sandro Böhme, der Literaturtheoretiker Tobias Hülswitt und der Schachgroßmeister Sebastian Siebrecht.

Mit uns ganz persönlich hat es, aber nur ganz am Rande, auch zu tun. Sprunghaft eben 😉

 

Manchmal wünschten wir, Radio wäre weniger flüchtig!

Altpapierstapel aus Radiomanuskripten

 


 

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